Cologne Singles

Gerade erschienen:
„Keine Lizenz zum Verlieben“ – C. A. Hope

Nach dem unrühmlichen Ende ihrer letzten Beziehung hat Rena dem Dating-Zirkus den Rücken zugekehrt. Ihr Leben verläuft in ruhigen, unkomplizierten Bahnen, bis ihre verrückte Schwester Meike ihr ein besonderes Geschenk zukommen lässt: einen Vertrag mit LEA, der Love Event Agency – einer Agentur, die ihren Klienten „langvermisstes Kribbeln im Bauch und ein emotionales Feuerwerk“ verspricht. Und damit Rena über die Grenzen ihrer Komfortzone treibt.

❤ Herzflimmern für Zwischendurch: „Cologne Singles“ sind kurze, von einander unabhängige Love Stories, die in und um Köln angesiedelt sind. „Keine Lizenz zum Verlieben“ ist die zweite Romanze dieser Reihe. Weitere sind in Arbeit. ❤

Wer zum Beispiel noch ein❤Muttertagsgeschenk❤ sucht oder sich selbst eine Freude machen möchte, kann hier das Ebook erwerben:

amazonebook.de | kobo | bücher.de | Mayersche | Hugendubel und andere

„Keine Lizenz zum Verlieben“ C. A. Hope | ISBN: 978-3-7427-8917-4 | Ebook | 1,99 €

Digitale Flut

Ab sofort gibt es unsere Anthologie „Jahrhundertflut“ auch als Ebook.

Zum Beispiel hier:
amazon kindle | Thalia tolino | ebook.de | Apple iBook | Google PlayMayersche | Hugendubel | Weltbild und anderen

Acht skurrile Hochwassergeschichten erzählen von der dunklen Macht des nassen Elements. Von den Untiefen in Herz und Seele. Von Schicksalen, die dieser zerstörerischen Kraft ausgesetzt sind.
Die Autoren: Norbert Görg, Angela Hoptich, Oliver Kreuz, Gisela Kruyer und Sandra Rochaz

Drucksache

EX-Jahrhundertflut

Unsere Anthologie als Taschenbuch!
Jahrhundertflut – Acht skurrile Hochwassergeschichten aus Köln
könnt Ihr ab sofort im Buchladen (über libri) oder online z.B. hier bestellen:

BoD, Hugendubel, Mayersche, Thaliaamazon, ebook.de und anderen.

Taschenbuch, 192 Seiten, ISBN: 978-3-7431-6180-1

Klappentext:

Zerstörerische Kraft
Wasser ist überlebenswichtig. Doch es besitzt auch eine dunkle Dimension – jene, die nicht nur Umwelt und Leben zerstört, sondern die Untiefen in Herz und Seele aufrührt. Es schickt die Gedanken auf Reisen, entzweit Liebende, verleitet zu unüberlegten Taten, schürt Bruderzwist, dient als letzter Ausweg und zerrt Dinge ans Tages­­licht, die lange im Inneren schlummerten. Es berührt Schicksale auf unerwartete Weise. Acht spannende Geschichten erzählen von der Macht des nassen Elements.

Von Norbert Görg, Angela Hoptich, Oliver Kreuz, Gisela Kruyer und Sandra Rochaz

 

Zerteilt oder zerstückelt

Braucht dein Buch Kapitel – und wenn ja, wie viele?

Anatomisch gesehen besteht keine Notwendigkeit, deinen Roman in Kapitel zu unterteilen. Die zugrunde liegende Plotstruktur (der Spannungsbogen) bildet das Skelett, die Handlung das Fleisch. Deine Prämisse rauscht wie Blut durch den ganzen Text, die Figuren sind die Innereien, und die Details, Emotionen etc., steuern die Nervenbahnen bei, sowie das Setting den hübschen Rest. Alles drin, alles dran. Das Buch könnte ohne Weiteres als Ganzes präsentiert werden. Warum also alles zerteilen und zerstückeln?

Die Antwort ist einfach: Du gibst dem Leser Gelegenheit, das Buch aus der Hand zu legen (etwa wie eine Werbepause im Fernsehen) und durchzuatmen. Selten wird ein Buch in einem Rutsch gelesen. Kleinere Leseeinheiten bereiten den Text sozusagen benutzerfreundlich auf. Der Leser kann das Gelesene einsinken lassen und neu eingeführte Charaktere, Wendungen, etc. verarbeiten. Kapitel bringen Struktur in den Lesefluss und bestimmen Rhythmus und Tempo. Sie dienen quasi als Wegweiser durch die Geschichte. Das erhöht das Lesevergnügen.

Was ist nun ein Kapitel?
Kapitel sind Sinnabschnitte. Sie gliedern und erleichtern die Navigation durch Texte relativer Länge. So ungefähr beschreibt es Wikipedia.
Beziehst du das also auf deinen Roman, heißt das: innerhalb eines Kapitels schreitet die Story in einem bestimmten Sinne voran. Die Prämisse deines Romans durchwirkt die Handlung, doch man könnte sagen: jedes Kapitel hat zusätzlich eine eigene Prämisse. Wo ist der Protagonist/die Handlung zu Beginn, wo ist er zum Ende des Kapitels? Dein Protagonist und/oder die Handlung entwickeln sich weiter. Sprich: der Leser hat einen Erkenntnisgewinn, die Geschichte hat Vortrieb.

Wie ist ein Kapitel aufgebaut?
Kurz gesagt: Ein gutes Kapitel funktioniert nach einem 3-Akt-Modell – Anfang, Mitte, Ende. Das geschieht meist durch mehrere Szenen, die so etwas wie eine Kausalkette bilden. (Sehr selten gibt es auch Kapitel mit nur einer Szene.) Im Mittelpunkt steht meist ein für die Story wichtiges Ereignis. Unerlässlich dabei ist der Spannungsbogen.
Ein Hook zu Anfang ist empfehlenswert, um den Leser hineinzuziehen. Du bietest dem Leser ein neues Problem, das der Protagonist auf dem Höhepunkt des Kapitels löst (oder eben nicht) und das dem Hauptkonflikt deines Plots zuträgt. Im Aftermath des Klimax schürt ein Cliffhanger die Spannung auf Fortsetzung.

Wie steigt man ein?
In erster Linie folgt der Einstieg einer gewissen Logik innerhalb der ganzen Geschichte und schließt an das vorherige Kapitel an.
Es hilft, wenn du dir zuvor eine Notiz machst, was passieren soll und wie es die Story weiterbringt, z.B. „In diesem Kapitel wird der Leser erfahren, warum der Held enge Räume nicht betreten kann (was ihn daran hindert, in das Hauptquartier des Gegenspielers zu gelangen).“

Frage dich, ob der Anschluss stimmt und du die Erwartungshaltung des Lesers befriedigst, oder – ebenfalls eine Möglichkeit, die Spannung zu erhöhen – ob du mit Absicht einen Bruch erzeugst und einen anderen Handlungsstrang verfolgst, und wenn ja, warum. Frage dich, ob der Leser von deinem Einstieg neugierig genug gemacht wird und einen Ausblick bekommt, was (oder welcher Konflikt) ihn in diesem Abschnitt erwartet.
Und frage dich, ob das Kapitel für deine Story unerlässlich wichtig ist. (Sonst kann es nämlich weg!)

Wann und wie endet ein Kapitel?
Grundsätzlich kann man sagen: Der Schnitt wird gesetzt, wenn eine bedeutende Veränderung in der Geschichte stattgefunden hat. Weitere Schnitte sind sinnvoll mit dem Wechsel der Perspektivfigur, dem Ende eines Zeitabschnitts und einem Ortswechsel.

Zur Gestaltung deines Kapitelendes gibt es etliche Möglichkeiten, den Leser in Spannung zu halten: eine plötzliche Wendung, eine aufgeworfene Frage, eine anstehende Bedrohung, die Entdeckung des nächsten Puzzleteils, eine innere Entscheidung, eine Offenbarung, etc.
Bedenke aber: es tut auch ganz gut, ein Kapitel sanft ausblenden zu lassen und den Figuren wie dem Leser eine Verschnaufpause zu gönnen.

Wie lang und wie viele?
Hier gibt es keine Regel, außer der reinen Sinnhaftigkeit.
Manche Autoren zerstückeln ihre Texte in 50 und mehr Kapitel – sehr kurze Leseeinheiten mit jeweils nur wenigen Seiten. Das ergibt eine Aneinanderreihung vieler kleiner Spannungsbögen, die den Leser gefesselt halten. (Minus: durch das ständige Auf und Ab kann sich die Spannung abschleifen und der Leser ermüden.)
Andere Autoren wählen sehr wenige, lange Abschnitte, die wie eine Geschichte in der Geschichte leben. (Minus: der Leser könnte den Blick auf das Ziel und somit die Orientierung im Buch verlieren.)
Als Durchschnittswert für eine optimale Kapitellänge scheinen sich 20 Seiten bewährt zu haben. Aber:

Ein wesentlicher Faktor für die Bestimmung der Kapitellänge ist das Genre.
Ebenso wie Tempo, Stimmung und die Gesamtlänge des Buches.
Ein epischer 1000-Seiten-Roman (z.B. History oder Fantasy) spielt gerne mit langen, in sich verwundenen Kapiteln, die die Story langsam in raumnehmenden Beschreibungen entfalten und wie ein stetiger Fluss gewichtig voranwälzen. Ein Thriller dagegen setzt eher auf kurze, aktionsreiche Kapitel, die Spannung und Dramatik bringen und einen schnellen Lesefluss fördern.

Es gibt kein Patentrezept.
Du als Autor musst einen dem Genre und deiner Geschichte angemessenen Rhythmus finden. Ähnlich wie bei der Länge der Sätze solltest du auch in der Kapitellänge variieren. Kurze, schnelle Kapitel (manchmal nur eine Seite lang) heben besondere Ereignisse aus dem Lesefluss heraus, während längere deine Geschichte und deine Figuren wachsen lassen.
Verlass dich auf dein Gespür und behalte dabei deine Zielgruppe im Auge.

Zusammenfassung:

  • Kapitel sind Sinnabschnitte, die dem Leser die Story mundgerecht servieren.
  • Sie haben Anfang, Mitte und Ende, unterstützt durch Hook, Klimax und Cliffhanger.
  • Die Menge und Länge deiner Kapitel ist abhängig von Genre, Tempo und Stimmung.
  • Du bestimmst den Lesefluss und Rhythmus, aber gönne dem Leser Verschnaufpausen.

Ein letzter Gedanke noch: Die Betitelung eines Kapitels
Hier gibt es etliche Varianten:

  • reine Nummerierung „1“
  • nummerierte Bezeichnung „Kapitel 1“
  • mit Titel „Kapitel 1: Grünes Glück“
  • mit Beschreibung „Kapitel 1, in dem der Gärtner Hans beim Rasenmähen einen Klumpen Gold findet“
  • Name der Perspektivfigur, Orts- und/oder Zeitangaben
  • Thema des Kapitels (oder sogar das Ereignis selbst)
  • Zitate, Aphorismen, Songtextzeilen
  • etc.

Auch hier heißt es für dich: behalte die Zielgruppe im Auge.
Titel sind Wegweiser. Sie dienen dem Leser zur Orientierung. Ob und wie viel sie von der Geschichte preisgeben, ist genreabhängig. Ein Thrillerautor möchte nicht zuviel im Vorhinein verraten. Deshalb findet man in diesem Genre meist nur Nummerierungen. Kinderbücher dagegen spielen mit der Erwartungshaltung und betiteln oft mit neugierig machenden Kapitelthemen (z.B. Alice im Wunderland: „Hinab in das Kaninchenloch“).

Bryan Wiggins reduziert die Kapitelbetitelung auf eine einfache, aber sinnvolle Formel: Attraction – Focus – Orientation.

Noch Anregungen oder Fragen deinerseits? Schreib sie in die Kommentare.

Bestien

Sammlung mystischer Tierwesen

Eben erschienen: „Bestiarium“ beim Sarturia Verlag.

Der Herausgeber Detlef Klewer hat von 19 Autoren spannende Geschichten über mystische Wesen und gruselige Gestalten zusammengetragen und illustriert. (Hier gibt’s ein paar Eindrücke: Making-Of).

Meine Geschichte „In Stein gemeißelt“ ist auch dabei *freu*. Im Mittelpunkt steht ein mystischer Blutkelch und die Frage, ob der Zweck jedes Mittel heiligt.

Wer mehr wissen möchte, kann den Sammelband gerne hier käuflich erwerben:
eBook amazon | Print Sarturia

 

Sneak Peek

jahrhundertflut
Jahrhundertflut

Eines meiner laufenden Projekte geht diese Woche ins Lektorat. *freu*

Gemeinsam mit den Autor*innen Gisela Kruyer, Sandra Rochaz, Norbert Görg und Oliver Kreuz entstand eine abgedrehte Sammlung von Geschichten zum Thema Hochwasser.

Die Idee zu dieser Anthologie wurde im letzten Sommer geboren, als der Wettergott Köln in Dauerregen gefangen hielt und der Rhein stieg und stieg. Köln hat eine lange Geschichte von Hochwasserdramen aufzuweisen und diese Geschichte ist längst nicht am Ende angekommen. Was wäre, wenn – das Wasser nicht aufhört zu steigen?

Mit dieser Frage starteten wir in das Projekt. Dabei stand nicht das Wasser selbst im Vordergrund, sondern dessen Einflussnahme auf den jeweiligen Protagonisten – als Symbol der Transition, von Gefühlen und Gedanken, von Persönlichkeit und Bewusstseinsstrom, von der Vergangenheit zur Zukunft, vom Leben zum Tod. Wir Autoren haben unsere Gedanken in viele Richtungen fließen lassen und herausgekommen sind zehn spannende Geschichten, die stellenweise weit über die Grenzen der Realität ausufern.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Zeitlos

Erzählungen rund um die Heilige Nacht: Folget dem Stern*

Letztes Jahr hab ich mit meiner lieben Autorenkollegin Sandra Rochaz für die begleitende Lesung zu einem Weihnachtskonzert des Duo Sanguitar einige Geschichten geschrieben, die die Ereignisse rund um die Heilige Nacht aus selten beachteten Blickwinkeln erzählen.

Das Ebook, veröffentlicht auf neobooks, ist auch dieses Jahr auf verschiedenen Plattformen erhältlich: Amazon, Thalia, Google Play, iBooks Store, Kobo, Weltbild

Klappentext: Vor 2.016 Jahren machte sich eine illustre Gesellschaft auf die weite Reise nach Jerusalem, um die Geburt eines Erlösers zu bezeugen. Ihnen voran ging ein Stern, mit ihnen eine Prophezeiung. Begleiten wir die Weisen ein Stück des Weges, von Babylon bis Bethlehem, von Herodes zu Josef, Maria und dem Kind. Werfen wir einen Blick in die Köpfe und Herzen der Ikonen der Heiligen Nacht, deren Geschichte soviel Einfluss nahm auf die Menschheit.

Es gibt noch eine Handvoll gedruckte Exemplare, die man hier bestellen kann.

Blockiert

Über den Matsch im Kopf.

Heute möchte ich ein paar Worte über Schreibblockaden verlieren.
Diesen sogenannten Writer’s Block musste auch mein persönlicher Writer Blog in den letzten Wochen erfahren: absoluten Stillstand auf der Textschöpfungsebene, eine Art von kreativem Sommerloch.

Ich kann nicht an einem Punkt festmachen, wann und wieso die Blockade auftrat. Es war eher so, dass sie sich unbemerkt eingeschlichen, dann breitgemacht und festgesetzt hat.
Nicht in Form der oft erwähnte Angst vor dem leeren Blatt. Mit leeren Blättern kann ich umgehen. Sobald ich die Ecken vollgedoodled habe, sind sie ohnehin nicht mehr leer.

Es fühlte sich eher so an, als hätte sich die Gehirnmasse den Aggregatzustand gewechselt – von fest über gallertartig zu flüssig, später, auf dem Höhepunkt, von flüssig zu gasförmig. Schließlich waren alle Synapsenverbindungen gelöst und die Gedanken wurden ungreifbar. Ich verlor meine Fähigkeit, eine Essenz aus den Impulsen zu destillieren. Ich sah sie vorbeifliegen, war aber zu langsam, auch nur einen davon zu fangen.
(Und nein – ich konnte auch nicht mit einem Ball darauf schießen, um sie wie ein Pokemon zu erlegen.)

Jedes Mal, wenn ich nur daran dachte, an einem meiner Projekte weiterzuarbeiten, blinkten in meinem Kopf Ausrufezeichen auf, um mich an „wichtigere“ Dinge zu erinnern, die unbedingt zuerst erledigt werden mussten. Vorzugsweise Dinge, die man mit den Händen erledigen konnte, ohne intensive Kopfarbeit. Du kennst das: Prokrastination.

Die Gründe für diesen Zustand möchte ich nicht verallgemeinern, denn sie ankern jeweils in den persönlichen Umständen, genannt Leben. Dem einen steht sein eigener Perfektionismus im Weg oder eine sich schnell nähernde Deadline. Der andere lässt sich von zu vielen Ideen ablenken. Einige quält die Angst vor dem Versagen. Bei manchen ist es die kranke Katze, der Tagesjob, eine verlorene Liebe, die Steuererklärung, die ungewaschene Wäsche. Oder eben alles zusammen. (40 Grad im Schatten sind auch nicht gerade hilfreich.)

Welche Methoden schlägt die Gemeinde vor?
Gibst Du den Begriff „Writer’s Block“ in Google ein, werden Dir „ungefähr 3.580.000 Ergebnisse“ vorgeschlagen, unter „Schreibblockade“ immerhin noch „ungefähr 142.000 Ergebnisse“. Hier eine Liste der am häufigsten wiederholten Tipps, wie der Blockade beizukommen sei:

  • Schreibgerät wechseln
  • Schreibort wechseln
  • Feste oder andere Schreibzeit festlegen
  • Von Druck und Angst befreien
  • Geduld statt Panik
  • Erwartungen herunterschrauben
  • Inspiration bei anderen suchen
  • Meditieren oder Sport treiben
  • Musik hören
  • Etwas anderes Kreatives machen
  • Eine Reise unternehmen
  • Kaffee trinken
  • Dich selbst überraschen
  • Einen Buchladen besuchen
  • Sich ablenken
  • Ablenkungen ausschalten
  • Lesen und Recherchieren
  • Bilderbücher und Fotoalben ansehen
  • Thema wechseln
  • Dir selbst ungewöhnliche Schreibaufgaben stellen
  • Gliederung oder Mindmap erstellen
  • In der Mitte beginnen
  • Das Pferd von hinten auszäumen
  • Kleinen Häppchen schreiben
  • Unsinn schreiben und experimentieren
  • Fehler und Verwurf zulassen
  • Den inneren Kritiker abschalten
  • Ruhen lassen
  • Mit imaginärem Freund darüber sprechen
  • Frustration hinausfluchen
  • Den Abwasch machen
  • Das Auto waschen

Wie du siehst, widersprechen sich etliche der Tipps. Das liegt daran, dass die Methoden gegen die Schreibhemmung so individuell sind, wie die Gründe dafür. Du musst selbst austesten, was dir am Besten weiterhilft.

Möglicherweise geht es dir wie mir: Keiner der oben genannten Tipps stellte sich als zielführend heraus. Geduld, Geduld, Geduld hat letztlich geholfen. Nenn es „Aussitzen“, wenn du willst.

Genauso, wie die Blockade sich eingeschlichen hat, schlich sie auch wieder aus. Ich ahne, dass sie irgendwann zurückkommen wird, aber bis dahin will ich die Zeit nutzen.

Tatsächlich habe ich in den letzten Wochen viele Wörter und Sätze verloren.
Ideen und Themen, die mir durch den Kopf schwirrten, Anfänge, Enden und großartige Mittelpunkte, die vorbeischossen, konnte ich nicht einfangen oder festhalten, geschweige dann auf Papier bannen. Sie waren flüchtig wie Äther.

Das ist vorbei. Jetzt kann es weitergehen.

Kennst Du diesen Zustand? Schreib mir Deine Erfahrung mit der Schreibblockade.

Das ewige Hin und Her

Spitzfindigkeit oder eine Frage der Perspektive?

Wohin, du rauschender Strom, wohin?
Hinunter, hinab die Bahn.
Will rasten, weil ich müde bin,
Im stillen Ozean.

aus: „Wohin“ von J.K.R. Sturm

Heute widme ich mich einem Thema, das mich gelegentlich die Palme hinauf treibt: Hinauf oder herauf, hinunter oder herunter?
Es mag dir wie eine Farce erscheinen, denn in der Umgangssprache sagt es jeder, wie er will. Sogar mit regionalen Eigenheiten und ohne Verständigungsprobleme.
Doch auf Papier sieht das anders aus. Die deutsche Sprache ist da, wieder einmal, sehr genau. Es ist tatsächlich eine Frage der Perspektive.

Ich möchte versuchen, diese Ortsbeziehungen mit ein paar Grafiken klarer zu machen.

Rauf oder runter?

Paula Fort ist unsere Perspektivfigur (PF). PF steht auf dem Mittelabsatz einer Treppe. Unten steht Ute (U), oben Olivia (O).

Beispiel 1:
PF bewegt sich in Richtung O. Sie geht die Treppe hinauf.
PF bewegt sich in Richtung U. Sie geht die Treppe hinunter.
Wieso?
Hin markiert die Richtung von der PF oder ihrem Ausgangspunkt weg.

B1

Umgekehrt in Beispiel 2:
O bewegt sich auf PF zu. Sie kommt die Treppe herunter.
U bewegt sich auf PF zu. Sie kommt die Treppe herauf.
Warum?
Her markiert die Richtung auf die PF zu.

B2

Ja aber halt mal, möchtest du sagen? Geht nicht O die Treppe hinab?
Nein, denn O ist nicht die Perspektivfigur. Von PFs Standpunkt aus kommt O herunter. Nämlich auf PF zu.
Würdest du allerdings O sprechen lassen, sagt sie zurecht: „Ich gehe die Treppe hinab.“ Denn O spricht aus ihrer Perspektive.

Übrigens:
Wer durcheinander kommt, kann die Treppe immer noch nach oben oder abwärts gehen 😉

Die gleiche Systematik gilt, wenn PF entweder O oder U einen Apfel zuwirft und die beiden den Apfel jeweils zu PF zurückwerfen. Fällt ein Apfel also vom Baum, dann fällt er hinab, wenn der Ausgangspunkt des Erzählers oben im Baum ist, aber er fällt herab, wenn der Erzähler unten steht. Klar, oder?
(Der Duden bezeichnet übrigens herab und herunter als synonym, ebenso hinab und hinunter. Nimm, was dir gefällt.)

Analog dazu verhalten sich die Lokaladverbien herein, hinein, heraus, hinaus und herüber, hinüber. Der Blickwinkel ist ausschlaggebend.

Rein oder raus?

Beispiel 3:
Andrea (A) steht vor Paula Forts (PF) Haus.
PF bittet A herein, als diese an der Tür klingelt.
PF begleitet A hinaus, als sie wieder geht.

B3

Beispiel 4:
Paula Fort (PF) möchte Inge (I) besuchen.
I kommt heraus, um PF zu begrüßen.
PF geht hinein, um mit I Kaffee zu trinken.

B4

Wenn PF eine Tasche packt, dann legt sie Dinge hinein, und holt andere Dinge heraus. Das gilt, solange PF deine Perspektivfigur ist. Schreibst du allerdings aus Sicht der Tasche, dann … na? Richtig, kehrt sich das Ganze um.

Rüber

Beispiel 5:
Paula Fort (PF) hat eine Nachbarin, Dörte (D). Sie wohnt drüben, auf der anderen Seite der Straße.
Wenn PF sie besucht, geht sie hinüber zu D.
Wenn D einen Gegenbesuch macht, kommt sie zu PF herüber.

B5

[Es gibt einen einfachen Hin-und-Her-Test: Strecke deinen Zeigefinger aus und wedle damit schnell zwischen dir und jemand/etwas anderem hin und her. In deinem Kopf sagst du dazu „hin“ und „her“. Intuitiv wirst du die Bewegung von dir weg als „hin“ bezeichnen und die auf dich zu als „her“. Andersherum fühlt es sich falsch an – du wirst es merken.]

So, alle Klarheiten beseitigt, oder? Ich werde nun meinen Elfenbeinturm hinabsteigen und hinausgehen, um frische Luft in meinen Kopf herein zu lassen 😉

Auffi und obi

Umgangssprache und regionale Eigenheiten lasse ich hier unerwähnt, weil sie die Schriftsprache nur wenig betreffen. Da ich aber in Bayern und mit Auffi und Obi aufgewachsen bin, hier noch ein kleiner Nachtrag:

Das Suffix „-i“ entsprich dem „hin“, das Suffix „-a“ dem „her“.

Demnach geht in Beispiel 1 PF auffi, wenn sie die Treppe zu O erklimmt und obi, wenn sie U besucht. Aber O kommt oba und U auffa, wenn sie mit PF Kaffee trinken wollen.

In dieser Systematik gibt es folgerichtig: auffi, obi, aussi, eini und auffa, oba, aussa, eina, sowie umi/uma für hinüber/herüber.

Also dann: Servus!

Bad Boys

Das personifizierte Böse

Für die Spannung in deiner Geschichte braucht der Held einen Opponenten, genauer gesagt: einen würdigen Gegenspieler. Kein Leser möchte einer Auseinandersetzung folgen, in der der Sieger von vorne herein feststeht, weil die Chancen offensichtlich ungleich verteilt sind.

[Kleiner Einschub: Natürlich muss der Gegner in deiner Geschichte keine Person sein. In meinem Blog über Konflikt bin ich darauf eingegangen, mit welchen Gegnern dein Held es zu tun bekommen kann. Hier geht es mir um interpersonelle Konflikte.]

Einige Archetypen für böse Buben werden immer wieder in den Ring geworfen:
Der durch und durch Böse, der zum Bösen Gezwungene, der sich im Recht Glaubende, der böse gewordene Held, der gut gewordene Böse, der dumme Böse. Mir erscheinen diese Klassifizierungen zu eindimensional, um einen interessanten Gegner zu erschaffen.

Was macht nun deinen Antagonisten zu einem würdigen Gegner?
Zum einen musst du dir bei der Figurenentwicklung genauso viel Mühe mit dem Schurken geben wie mit dem Helden – wenn nicht sogar noch mehr. Selbst wenn er in deiner Geschichte erst ganz am Ende in Erscheinung tritt, braucht er ein ausgefeiltes Profil, physisch, soziologisch und psychologisch.
Die verschiedenen Aspekte seiner Persönlichkeit bestimmen seine Handlungen, die Handlungen rufen Folgen hervor, die Folgen beeinflussen den Held und den Lauf der Geschichte – egal, ob der Schurke anwesend ist oder nicht. Handelt es sich um einen präsenten Gegner, sollte auch er einen erkennbaren Entwicklungsbogen mit Höhen und Tiefen durchlaufen. 

So wie der Held braucht auch der Gegenspieler eine Vorgeschichte. Das gilt letztlich für jedes Genre, aber nehmen wir beispielsweise einen Krimi: Die Geschichte steigt ein, als der Kommissar (Held) den Tatort eines Mordes betritt. Klar ist: der Mörder ist unser böser Bube (Schurke). Doch um den Mord aufklären zu können, muss der Held nicht nur den Indizien folgen – er muss verstehen, wie es zu der Tat gekommen ist, denn darin liegt der Schlüssel zur Lösung.
Dieser Schlüssel ist meist die Motivation des Schurken, das Warum der Tat. Um einen starken Gegner für deinen Helden zu schaffen, brauchst du eine überzeugende Motivation.

Was sind mögliche Motivationen für deinen Schurken?
Grundsätzlich lassen sie sich unter den „Großen Sieben“ subsumieren – Ruhm, Geld, Liebe, Rache, Macht, Hass, Angst. Biblisch gesprochen, die Sieben Todsünden:

  1. Hochmut, Stolz (Ruhm):
    die übertriebene Eingenommenheit von sich selbst und unrealistische Überschätzung des eigenen Werts, Ranges oder Fähigkeiten bis hin zur krankhaften Geltungssucht und Narzissmus

  2. Habgier, Geiz (Geld) :
    das übersteigerte Streben nach materiellem Besitz und der Zwang, diesen zu behalten und zu mehren

  3. Wollust, Begehren (Liebe):
    der ungezügelte Drang nach Befriedigung körperlicher, geistiger und emotionaler Bedürfnisse

  4. Zorn (Rache):
    die emotionale Erregung mit stark aggressiver Tendenz und dem übertriebenen Bedürfnis, ein (angeblich oder tatsächlich) erlittenes Unrecht nicht nur auszugleichen, sondern zu bestrafen

  5. Völlerei, Selbstsucht (Macht):
    das rücksichtslose Handeln, das uneingeschränkt zum persönlichen Vorteil dient, und die Maßlosigkeit auf Kosten anderer

  6. Neid, Missgunst (Hass):
    das Verübeln des materiellen oder immateriellen Besitzes oder Stellung anderer; ein Gefühl fehlender Anerkennung, gefolgt von Destruktivität, Verachtung und abgrundtiefer Ablehnung

  7. Faulheit, Feigheit (Angst):
    die Neigung, sein Handeln von Furcht (vor Beeinträchtigung, Schmerz, Gefahr) bestimmen zu lassen; der mangelnde Wille zur Veränderung/Aktivität und eine allgemeinen Tendenz zu schlechtem („fauligem“) Charakter

Mahatma Gandhi hat diese Todsünden für die moderne Welt neu definiert. Eine Liste unethischen Verhaltens, die sich ebenfalls hervorragend für die Charakterisierung deines Gegners eignet.

  1. Reichtum ohne Arbeit
  2. Genuss ohne Gewissen
  3. Wissen ohne Charakter
  4. Geschäft ohne Moral
  5. Wissenschaft ohne Menschlichkeit
  6. Religion ohne Opferbereitschaft
  7. Politik ohne Prinzipien

Darüber hinaus gibt es natürlich weitere Ansatzpunkte für die Entwicklung deines Schurkens. Aspekte, die in seiner Persönlichkeit und Psychologie verankert liegen wie u.a. erlebtes Trauma, Geisteskrankheit oder sein Weltbild – Soziopathen, Psychopathen und andere irre Verbrecher mal beiseite gelassen. Auf die psychologischen Archetypen nach C. G. Jung oder die 16 Persönlichkeitstypen nach Myer-Briggs (MBTI) möchte ich hier nicht eingehen. Schau es dir selbst einmal an. Es liegen großartige Möglichkeiten für Schurken darin verborgen.

Welche Motivation treibt deinen Schurken in den Kampf treiben?
Bedenke: das Profil und die Vorgeschichte spielen dabei eine tragende Rolle. Ebenso deine Entscheidung, wie du den Schurken in der Geschichte positionieren möchtest: Will der Schurke den Helden vom Erreichen seines Ziels abhalten oder will der Held die Missetaten des Schurken verhindern?

Abschließend ein Fundstück aus dem digitalen Universum, dem ich nur zustimmen kann: Auch Schurken sind Menschen, naja, wenigstens meistens. 😉

Academyofultimatevillainy
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