Drama, Baby, Drama…

Keine Geschichte ohne Konflikt.

Das bekommt man bereits im allerersten Schreibseminar eingebläut. Ist ja irgendwie auch logisch. Wen interessiert es, ob zwei Menschen sich treffen und gemeinsam in den Sonnenuntergang reiten? Spannend wird es, wenn sie sich treffen wollen, aber nicht zusammenkommen können, weil jemand oder etwas es verhindert. Dann müssen sie erst diese Hindernisse überwinden, um schlussendlich besagten Sonnenuntergang genießen zu können. Diese Hindernisse können auf ganz verschiedenen Ebenen liegen:

Äußerer Konflikt

Global (Protagonist vs. World)
Hier treffen Welten aufeinander. Der Protagonist nimmt den Kampf gegen ein übermächtiges System auf. Das können Naturgewalten, Planeten, Götter sein, aber auch Ideologien, Ethik oder soziale und politische Systeminteressen.

Situativ (Protagonist vs. Fate)
Der Hauptfigur kämpft gegen scheinbar unüberwindbare Gegebenheiten: eine Zeitbombe, Krankheit, Zufall, Brand, Zugunglück, oder andere, nicht beeinflussbare Elemente – kurz gesagt: gegen das Schicksal.

Interpersonell (Protagonist vs. Person)
Der personifizierte Antagonist: bei zwischenmenschlichen Konflikten hat die Hauptfigur eine oder mehrere Personen als Gegenspieler – beispielsweise Ehepartner, Mörder, Business- oder Sport-Konkurrenz, untreuer Liebhaber, böser Zauberer, Vampire.

Innerer Konflikt

Intrapersonal (Protagonist vs. Selbst)
Hier trifft die Hauptfigur auf sich selbst. Sie muss den inneren Schweinehund bekämpfen (Faulheit, Esssucht, Lethargie, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit) oder sich seinen psychischen Probleme stellen (Einsamkeit, Liebeskummer, Depression, Borderline, Schizophrenie). Oft stehen sich hierbei Verstand und Gefühl gegenüber.

Man muss sich nicht zwischen den Konfliktebenen entscheiden. Je mehr, desto vielschichtiger die Story. Auf Basis der Figurengestaltung überlagern oder mischen sich die Konflikte automatisch. In den verschiedenen Genres liegt der Schwerpunkt einmal mehr im äußeren, ein anderes Mal mehr im inneren Konflikt. Das Was und Wieso ist dabei eng verbunden, denn der äußere Konflikt allein wirkt schnell flach, wenn kein inneres Engagement den Helden vorantreibt. Wichtig ist vor allem eine gewisse Signifikanz des Konfliktes – sowohl für den Helden als auch für das Publikum.

Für einen starken Konflikt sollte der Gegenspieler dem Helden mit vergleichbaren, ebenbürtigen Fähigkeiten entgegentreten. Es ist letztlich ein Tauziehen zwischen Protagonist und Antagonist, bei dem das Publikum mitfiebert. Und es wäre schwer enttäuscht, wenn der Sieger von vorne herein feststünde.

Sei also nicht zaghaft: lass den Gegner ordentlich draufhauen, reiß den armen Helden in Stücke, lass ihn leiden, bürde ihm mehr auf, als er aushalten kann – und führe ihn am Ende siegreich aus dem Kampf heraus. Das Publikum wird ihn lieben.

Wie lässt du deinen Helden leiden? Wer steht sich in deiner Geschichte gegenüber? Hinterlasse mir einen Kommentar.

3 Gedanken zu “Drama, Baby, Drama…

  1. […] Einschub: Natürlich muss der Gegner in deiner Geschichte keine Person sein. In meinem Blog über Konflikt bin ich darauf eingegangen, mit welchen Gegnern dein Held es zu tun bekommen kann. Hier geht es mir […]

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  2. Jaja, Drama. Ich kämpfe ja immer damit, dass ich immer Angst hab, dass ich es übertreiben könnte. Auf der anderen Seite weiß ich, dass es natürlich deutlich drastischer sein muss, als im realen Leben. Das will schließlich keiner Lesen. Ich bin sehr gespannt, ob ich beim Überarbeiten meiner Geschichte zu dem Schluss komme, dass ich genug Drama habe (Potenzial ist wohl genug da *gg*) oder noch ne Schippe drauf packen muss. Auf jeden Fall ein interessanter Artikel darüber, welche verschiedenen Ansatzpunkte es in einer Geschichte gibt, um mehr Drama einzubauen.

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