Seelendorn

Vor ein paar Tagen erschien mein erster Roman „Seelendorn“. Ja, das ist ein Kunstwort, im Duden wirst du es nicht finden. Schade eigentlich, denn es bezeichnet meiner Meinung nach etwas, was viele von uns haben: einen spitzen Fremdkörper in der Seele, der sich immer wieder entzündet und starken Schmerz verursacht.

In „Seelendorn“ lernst du Robin, die Protagonistin, kennen. In ihrer Seele steckt ein solcher Dorn, mit dem sie regelmäßig zu kämpfen hat. Ihre Eltern wurden ihr bei einem Unfall genommen, als sie gerade erwachsen wurde. Robin wurde selbst schwer verletzt und fiel danach in eine tiefe Depression. Ohne weitere Verwandtschaft, die sie auffangen hätte können, kämpfte sie sich allein durch diese dunkle Phase. Ihre beste Freundin Merit und deren Familie standen ihr bei, so gut es ging. Es kostete Robin mühsame Jahre, den Seelenschmerz zu zähmen. Doch regelmäßig, wenn der Jahrestag des Unfalls sich nähert, ziehen die alten Gefühle Robin wieder nach unten.

Wie starr ist meine Seele,
Dass ich noch aufrecht steh und scharf empfinde
Mein schweres Los! Besser, ich wär verrückt;
Dann wär mein Geist getrennt von meinem Gram,
Und Schmerz in eiteln Phantasien verlöre
Bewusstsein seiner selbst.

William Shakespeare

An einem solchen Jahrestag setzt die Geschichte ein. Der Dorn macht sich bemerkbar, drückt und sticht, entzündet sich und alter Schmerz vernebelt Robins Gedanken. Auch ihr Kater, Käpt’n Ahab, ist da nur wenig Trost.

Merit ruft an, um sie aufzuheitern, und überredet Robin, zur Ablenkung mit auf die Party eines Freunds zu kommen. Dort lernt sie Merits großen Schwarm kennen, einen Womanizer, wie er im Buche steht – und es kommt, wie es kommen muss … Eine Abwärtsspirale nimmt ihren Lauf. Auf dem Fried­­hof entdeckt sie ein Grabkreuz mit ih­rem Namen – und ihrem Todestag. Zufall? Oder Halluzination? Robin sieht sich it ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert: Verliert sie allmählich den Verstand?

In dieser Geschichte geht es auf mehreren Ebenen um Freundschaft, Liebe, Familie und den Wahnsinn, der darin lauert. Und um nochmal den alten Shakespeare, den Meister der zwischenmenschlichen Dramen, zu zitieren:

Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.

Mal reinlesen?
Leseprobe, Ebook und Taschenbuch gibt’s hier:
→ „Seelendorn“ von C. A. Hope