Wasser, Feuer, Luft und Erde – endlich vollzählig!

Mit ERDENWANDLER ist unsere Elemente-Anthologiereihe abgeschlossen.

Erde, das letzte Element in unserer Reihe, ist die feste Basis aller Dinge, sie gibt uns Stabilität, Sicherheit, den „festen Boden unter den Füßen“, und steht für Realismus und alles Mate­ri­elle. Die Erde ist aber auch unser Heimatplanet, unser Zuhause, und eine Naturkraft in sich. Sie ist Sinnbild des Wachsens, der Fruchtbarkeit und Viel­falt. Die Geheimnisse und Wunder unserer Welt werden wir viel­leicht nie bis ins Letzte ent­schlüsseln.

Es ist dem Menschen ein Bedürfnis, sich die Welt zu erklären. Seit jeher beschäftigten sich die Gelehrten mit der Entstehung und dem Fortbestand der Erde. Die 4-Elemente-Lehre ist eines der vielen Erklärungsmodelle, das in der Antike seinen Ursprung fand.
Thales von Milet (6. Jhd. v. Chr., Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen von Griechenland), in dessen Vorstellung die Erde als flache Scheibe auf Wasser schwimmen würde, vertrat die Ansicht, dass alle Stoffe nur verschiedene Aspekte des Urstoffes Wasser darstellen. Anaximenes behauptete, die Luft sei der Urstoff allen Seins und durch Druck entständen die Elemente Erde und Wasser. Heraklit hielt Feuer, als das alles verändernde und sich stets wandelnde Element, für den Urstoff des Universums. Feste Stoffe wurden dem Element Erde zugeordnet.
Empedokles ging einen Schritt weiter und nahm an, die vier Elemente wären ewig existierende und unveränderliche Grundsubstanzen, die durch Mischung die Vielfalt der Stoffe bilden. Er führte sie als Götter ein, ordnete das Wasser Nestis (Persephone), das Feuer Zeus, die Luft Hera und die Erde Aidoneus (Hades) zu.
Platon ergänzte das später durch regelmäßige, „perfekte“ Körper, Aristoteles durch die Eigenschaften warm/kalt und trocken/feucht, die Ägypter durch die feinstoffliche Chemeia, Paracelsus durch Elementarwesen. Im Laufe der Zeit kamen Himmelsrichtungen, Erzengel, Tierkreiszeichen und Temperamente hinzu. Mit C.G. Jung nahm auch die Psychologie Bezug auf die Elemente. Er ordnete ihnen Fühlen (Wasser), Intuition (Feuer), Denken (Luft) und Empfindung (Erde) zu.

Die archaische Elemente-Lehre bekam mehr und mehr metaphysische Aspekte, aber der Einfluss der vier Elemente auf unser Leben bleibt nach wie vor bestehen. Einerseits stillen sie unsere Grundbedürfnisse: die Luft zum Atmen, das Wasser zum Trinken, das Feuer, das uns Wärme bringt, die Erde, die uns nährt. Andererseits spüren wir ihre Kraft in den Tiefen unserer Psyche. Die Geschichten in unseren Elemente-Anthologien handeln von diesem Einfluss auf unser Sein.

In 4 Jahren schrieben wir 12 Autor:innen insgesamt 56 Geschichten für 4 Bücher zu 4 Elementen.
In unserer vierten Anthologie dreht sich alles um die Erde – und um die Welt, in der wir leben. Planet, Natur, Gesellschaft, Individuum mit Körper, Geist und Seele. Und ja, die (physische oder psychische) „Empfindung“, die C.G. Jung diesem Element zuordnete, ist durchaus Grundstoff unserer Geschichten. Es geht um den Einbruch in eine Waldidylle, ein paar Jugendliche auf Abwegen, das Geheimnis des Lebens, verzauberte Steine, Respekt, Eifersucht und Fremdgehen. Es wird getanzt und gewütet, gelacht und geweint, geboren und gestorben. Erzählt wird außerdem von Flüchtlingen in einem Boot, einer Reise um die halbe Welt, einem erbaulichen Friedhofsgang, einer Höh­lenwanderung, von einem morbiden Erlebnis in der Wald­einsamkeit und mehr.

Wie in den vorausgegangenen Anthologien zu Wasser, Feuer und Luft findest du auch im Erde-Buch einen sehr vielfältigen Reigen, so vielfältig, wie wir, die 12 Autor:innen der Gruppe 60|30, eben sind. Seit 2016 schreiben wir (zusammen und jede/r für sich) an verschiedenen Projekten. 12 Menschen, die sich gegenseitig ihre Texte anvertrauen, auch wenn sie noch nicht „poliert und ausgehfertig“ sind. Wir unterstützen uns mit Motivation, Kritik und Hilfestellung. Ich freue mich schon auf zukünftige gemeinsame Textarbeit und Buchprojekte. Es ist toll, eine Gruppe Gleichgesinnter gefunden zu haben, auch wenn wir uns nicht immer einig sind.

In ERDENWANDLER findest du meine Geschichte „Tanz in den Mai“. Eine Gruppe Jugendlicher begibt sich auf ein Abenteuer – junge Menschen auf der Suche nach der verbotenen Frucht. Man möchte ihnen zurufen: „Passt auf, was ihr euch wünscht, …“, doch da stecken sie schon mitten drin. Hier geht’s zur Leseprobe.

Leseproben zu meinen anderen Elemente-Geschichten findest du hier. Wenn du die ganzen Geschichten lesen möchtest, kannst du die Anthologien z.B. bei BoD erwerben (und im üblichen Online-Buchhandel), als Taschenbuch oder Ebook. Oder die Bücher in deiner lokalen Buchhandlung bestellen.

JAHRHUNDERTFLUT
Hochwassergeschichten aus Köln
192 Seiten, ISBN 978-3-74316-180-1
Elemente Band 1

FLAMMENSPIEL
Geschichten über das heiße Element
220 Seiten, ISBN 978-3-75283-253-2
Elemente Band 2

STURMGESANG
Geschichten über Luft, Liebe und das Leben
252 Seiten, ISBN 978-3-73477-389-1
Elemente Band 3

ERDENWANDLER
Geschichten über die Erde und die Welt, in der wir leben
240 Seiten, ISBN 978-3-75199-337-1
Elemente Band 4